Bava Batra 160

Kapitel 160

א דתנן כוורת דבורים ר"א אומר הרי היא כקרקע וכותבין עליה פרוזבול
1 denn wir haben gelernt: Ein Bienenstock gleicht, wie R. Elie͑zer sagt, einem Grundstücke; man schreibe darüber einen Prosbul,
ב ואינה מקבלת טומאה במקומה והרודה ממנה בשבת חייב חטאת
2 er nimmt auf seinem Platze keine Unreinheit an, und wer daraus am Šabbath Honig nimmt, ist ein Sündopfer schuldig.
ג וחכמים אומרים אין כותבין עליה פרוזבול ואינה כקרקע ומקבלת טומאה במקומה והרודה ממנה בשבת פטור
3 Die Weisen sagen, man schreibe darüber keinen Prosbul, er gleiche nicht einem Grundstücke, er nehme auf seinem Platze Unreinheit an, und wer daraus am Šabbath Honig nimmt, sei frei.
ד א"ר אלעזר מאי טעמא דרבי אליעזר דכתיב (שמואל א יד, כז) ויטבול אותה ביערת הדבש וכי מה ענין יער אצל דבש אלא לומר לך מה יער התולש ממנו בשבת חייב חטאת אף דבש הרודה ממנו בשבת חייב חטאת
4 R. Elea͑zar sagte: Folgendes ist der Grund R. Elie͑zers. Es heißt:<i>und er tauchte es in eine Honigwabe [jaár]</i>; welche Gemeinschaft besteht zwischen dem Honig und einem Walde [jaa͑r]? Dies lehrt dich, daß man, wie man ein Sündopfer schuldig ist, wenn man am Šabbath etwas in einem Walde pflückt, ebenso ein Sündopfer schuldig sei, wenn man am Šabbath Honig ausnimmt.
ה מיתיבי דבש הזב מכוורתו אינו לא אוכל ולא משקה בשלמא לאביי ניחא
5 Man wandte ein: Der Honig, der aus dem Bienenstöcke fließt, ist weder eine Speise noch ein Getränk. Erklärlich ist dies nach Abajje,
ו אלא לרבא קשיא אמר רב זביד כגון שזב ע"ג כלי מאוס רב אחא בר יעקב אמר כגון שזב על גבי קשקשין
6 gegen Raba aber ist dies ja ein Einwand!? R. Zebid erwiderte: Wenn er in ein schmutziges Gefäß fließt. R. Aḥa b. Ja͑qob erwiderte: Wenn er auf Streusel fließt.
ז מיתיבי דבש בכוורתו אינו לא אוכל ולא משקה חישב עליו לאכילה מטמא טומאת אוכלין למשקין מטמא טומאת משקין בשלמא לאביי ניחא
7 Man wandte ein: Der Honig im Bienenstocke ist weder eine Speise noch ein Getränk; hat man ihn zur Speise bestimmt, so ist er als Speise verunreinigungsfähig, hat man ihn zum Getränke bestimmt, so ist er als Getränk verunreinigungsfähig. Erklärlich ist dies nach Abajje,
ח אלא לרבא קשיא
8 gegen Raba aber ist dies ja ein Einwand!? –
ט אמר לך רבא תריץ הכי חישב עליו לאכילה אינו מטמא טומאת אוכלין למשקין אינו מטמא טומאת משקין תניא כוותיה דרב כהנא דבש בכוורתו מטמא טומאת אוכלין שלא במחשבה:
9 Raba kann dir erwidern: korrigiere es wie folgt: hat man ihn zur Speise bestimmt, so ist er als Speise nicht verunreinigungsfähig, und wenn zum Getränke, so ist er als Getränk nicht verunreinigungsfähig. Übereinstimmend mit R. Kahana wird auch gelehrt: Der Honig im Bienenstöcke ist als Speise verunreinigungsfähig, auch wenn man darüber nichts bestimmt hat.
י זיתים לקוץ מניח שתי גרופיות: תנו רבנן הלוקח אילן מחבירו לקוץ מגביה מן הקרקע טפח וקוצץ בתולת השקמה ג' טפחים סדן השקמה ב' טפחים בקנים ובגפנים מן הפקק ולמעלה בדקלים ובארזים חופר ומשרש לפי שאין גזען מחליף
10 W<small>ENN</small> O<small>LIVENBÄUME ZUM</small> F<small>ÄLLEN, SO LASSE ER ZWEI</small> R<small>EISER ZURÜCK</small>. Die Rabbanan lehrten: Wer von seinem Nächsten einen Baum zum Fällen gekauft hat, lasse eine Handbreite über dem Erdboden zurück und fälle ihn; von einer jungfräulichen Sykomore lasse man drei Handbreiten; von einem Sykomorenstamme lasse man zwei Handbreiten; Röhricht und Weinstöcke vom Knoten ab; Dattelpalmen und Zedern darf man ausgraben und entwurzeln, weil sie ihren Stamm nicht wechseln. –
יא ובתולת השקמה ג' טפחים בעינן ורמינהי אין קוצצין בתולת השקמה בשביעית מפני שהיא עבודה
11 Sind denn bei einer jungfräulichen Sykomore drei Handbreiten erforderlich, ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Man fälle im Siebentjahre keine jungfräuliche Sykomore, weil dies eine [Feld]arbeit ist.
יב ר' יהודה אומר כדרכו אסור אלא מגביה י' טפחים וקוצץ או גומם מעם הארץ מעם הארץ הוא דקשי הא אידך מעלי לה
12 R. Jehuda sagt, auf gewöhnliche Weise sei es verboten, vielmehr lasse man zehn Handbreiten zurück oder schneide sie dicht an der Erde ab. Also nur dicht an der Erde ist es schädlich, sonst aber ist es dienlich!?
יג אמר אביי ג' טפחים מעלי לה מעם הארץ ודאי קשי לה מכאן ואילך לא מקשי קשי לה ולאו עלויי מעלי לה גבי שביעית עבדינן מידי דודאי קשי לה גבי מקח וממכר עבדינן מידי דודאי מעלי לה
13 Abajje erwiderte: Drei Handbreiten ist es dienlich, dicht an der Erde ist es entschieden schädlich, und auf andere Weise ist es weder schädlich noch dienlich. Im Siebentjahre ist eine Handlung erlaubt, die entschieden schädlich ist, und bei Kauf und Verkauf ist eine Handlung erlaubt, die entschieden dienlich ist. –
יד בדקלים ובארזים חופר ומשרש לפי שאין גזען מחליף וארז אין גזעו מחליף והא דריש ר' חייא בר לולייני מאי דכתיב (תהלים צב, יג) צדיק כתמר יפרח כארז בלבנון ישגה אם נאמר תמר למה נאמר ארז ואם נאמר ארז למה נאמר תמר
14 «Dattelpalmen und Zedern darf man ausgraben und entwurzeln, weil sie ihren Stamm nicht wechseln.» Wechselt denn die Zeder nicht ihren Stamm, R. Ḥija b. Luljani trug ja vor: Es heißt:<i>der Fromme sproßt wie die Palme, er wächst wie die</i> <i>Zeder auf dem Lebanon</i>. Wenn es schon Palme heißt, wozu Zeder, und wenn es schon Zeder heißt, wozu Palme?
טו אילו נאמר ארז ולא נאמר תמר הייתי אומר מה ארז אין עושה פירות אף צדיק אין עושה פירות לכך נאמר תמר
15 Hieße es nur Zeder und nicht Palme, so könnte man sagen, wie die Zeder keine Früchte hervorbringt, ebenso bringe auch der Fromme keine Früchte hervor; daher heißt es Palme.
טז ואם נאמר תמר ולא נאמר ארז הייתי אומר מה תמר אין גזעו מחליף אף צדיק אין גזעו מחליף לכך נאמר ארז
16 Und hieße es nur Palme und nicht Zeder, so könnte man sagen, wie die Palme ihren Stamm nicht wechselt, ebenso wechsle auch der Fromme seinen Stamm nicht; daher heißt es auch Zeder!? –
יז אלא הכא במאי עסקינן בשאר מיני ארזים כדרבה בר רב הונא דאמר רבה בר רב הונא אמרי בי רב י' מיני ארזים הן שנאמר (ישעיהו מא, יט) אתן במדבר ארז שיטה והדס ועץ שמן אשים וגו' ארז ארזא שיטה תורניתא הדס אסא עץ שמן אפרסמא ברוש ברתי תדהר שאגא ותאשור שורבינא
17 Vielmehr, hier handelt es sich um andere Arten von Zedern. Dies nach Rabba b. R. Hona, denn Rabba b. R. Hona sagte im Namen der Schule Rabhs: Es gibt zehn Arten von Zedern, denn es heißt:<i>ich will die Wüste besetzen mit Zedern, Akazien, Myrten und Ölbäumen &amp;c</i>. (Zeder heißt Arza; Akazie, Turnitha; Myrte, Asa; Ölbaum, Balsam; Zypresse, Brotha; Ulme, Saga; Buchsbaum, Surbina.) – Es sind ja aber nur sieben!? –
יח הני ז' הוי כי אתא רב דימי אמר הוסיפו עליהן אלונים אלמונים אלמוגים אלונים בוטני אלמונים בלוטי אלמוגים
18 Als R. Dimi kam, sagte er, man habe zu diesen noch hinzugefügt die Eiche, die Terebinthe und die Koralle. (Eiche, Buṭani; Terebinthe, Baluṭi; Koralle, Kesitha.)